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Grundwasser schützen - Bodenfruchtbarkeit verbessern

(vom 01.12.2017)

Feldbegehung von Stadtwerken Freising und Landwirten

Die Kooperation der Landwirte im Vöttinger Moos mit den Stadtwerken Freising kann als vorbildlich bezeichnet werden. Während in vielen Regionen Deutschlands die Trinkwasserqualität durch landwirtschaftliche Nitrateinträge bedroht ist und den Wasserversorgern Sorge bereitet, unterstützen die Landwirte im hiesigen Trinkwassereinzugsgebiet den Wasserschutz aktiv. Damit weniger Nitrat ins Grundwasser gelangt, bewirtschaften sie die Böden besonders sorgsam. Für ihren höheren Aufwand erhalten sie einen finanziellen Ausgleich von den Stadtwerken, außerdem werden sie durch ein Freisinger Beratungsbüro professionell beraten, um die Maßnahmen kontinuierlich weiter zu verbessern.

Vertreter der Stadtwerke trafen sich nun mit den beteiligten Landwirten zu einer Feldbegehung vor Ort und überzeugten sich von den erfolgreichen Bemühungen um den Boden und das Grundwasser. Josef Geitner von den Stadtwerken Freising zeigte sich beeindruckt von den Ergebnissen und bedankte sich bei den Landwirten für ihre aktive Mitarbeit: „Die Begrünungen, die dem Boden nachhaltig nutzen, leisten einen unersetzbaren Beitrag zum Trinkwasserschutz."

Der beste Schutz vor Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser ist, ihn in der Wurzel-, Spross- und Blattmasse von Zwischenfruchtpflanzen zu binden. Auf jedem Feld, auf dem das Getreide abgeerntet ist, sollte deshalb so früh wie möglich eine passende Mischung ausgesät werden. Gleichzeitig ernährt die organische Masse der Pflanzen bei ihrer Umsetzung im Boden die Regenwürmer und Mikroorganismen und erhöht so den Humusgehalt der Böden. Der in der Pflanzenmasse gebundene organische Stickstoff ist weitgehend vor Auswaschung durch Regen geschützt und wird den Kulturpflanzen nach und nach bedarfsgerecht zur Verfügung gestellt. Dadurch kann Mineraldünger eingespart werden.

„Aber Zwischenfrucht ist nicht gleich Zwischenfrucht" betonte Werner Rauhögger von Ecozept, der die Mischungen zusammengestellt hat und die Feldbegehung leitete. Es komme darauf an, nach welcher Kultur sie stehe. „Paradedisziplin" sei der Anbau nach Winter- oder Sommergerste.

Von der Pracht und dem Nutzen einer solchen Mischung konnten sich alle auf einem Feld von Landwirt Herbert Kindl im Vöttinger Moos überzeugen. Das Feld war nach der Ernte gepflügt worden und die Zwischenfruchtmischung konnte schon Ende Juli angesät werden. Dadurch schickten die Pflanzen ihre Wurzeln im Saatbeet schnell in die Tiefe und schlossen den Boden auf. Es entstand ein dichter Bestand, so dass kein „Unkraut" eine Chance im vielfältigen Blätterwald der Zwischenfrucht hatte. Alle Pflanzenarten entwickelten sich voll, die Sonnenblumen bildeten sogar noch ihre Blütenstände voll aus, Phacelia, Perserklee und Einjährige Luzerne standen bei der Feldbegehung ebenfalls in Blüte, was auch den Bienen und Schmetterlingen zu Gute kam.

Auch nach Winterweizen lassen sich gute Zwischenfruchtbestände etablieren. Da es hier meistens Mitte August wird, bis das Feld zur Saat vorbereitet ist, braucht man als "Versicherung" mehr von den schnellwachsenden Pflanzen in der Mischung, um einen dichten, gut entwickelten Bestand zu etablieren. Hierzu zählen Buchweizen, Ramtillkraut und Kresse. Ölrettich und Tillage Radish können mit ihrer Pfahlwurzel Verdichtungen im Boden aufbrechen.

Auch auf Maisfeldern säen die Landwirte im Freisinger Trinkwassereinzugsgebiet Untersaaten ein, um das Nitrat abzuschöpfen – eine Maßnahme, die im konventionellen Ackerbau völlig unüblich ist, für den Wasserschutz aber einen großen Beitrag leistet.

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