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Exkursion zur Solar-Lärmschutzwand

(vom 11.07.2017)

Freisinger Stadtwerke zeigten die Photovoltaikanlage an der A 92

„Die Energiewende machen nicht nur wir Stadtwerke. Wir leisten die technische Unterstützung und motivieren, doch die eigentliche Energiewende erfolgt durch die Bürgerinnen und Bürger, die Ihren Strom und Ihre Wärme immer häufiger aus erneuerbaren Energiequellen gewinnen", so Tobias Grießl, Energieberater der Freisinger Stadtwerke. Dass Tobias Grießl mit dieser Aussage die Leistungen der Stadtwerke sehr bescheiden darstellt, zeigte sich bei seiner Führung. Er zeigte und erläuterte einer kleinen sehr interessierten Gruppe die beiden Solaranlagen an der A 92. So erfuhren die Teilnehmer der Veranstaltung hochinteressante Fakten zu einem ganz besonderen Bauwerk im Freisinger Stadtteil Lerchenfeld. Manche von ihnen, die in der Nähe wohnen, profitieren selbst vom Lärmschutz durch die Anlage.

Die Stadtwerke haben einiges zu tun, um alleine schon diese Anlagen am Laufen zu halten, zu reinigen, sie technisch den gesetzlichen Vorgaben entsprechend nachzurüsten und im Bedarfsfalle auch abzuschalten. Denn zu Spitzenzeiten, wenn die Sonne scheint und gleichzeitig der Wind weht, könnte zu viel regenerativer Strom ins Netz eingespeist werden. In diesem Fall müssen die Anlagenbetreiber in der Lage sein, die Anlage herunterzufahren, um das Netz zu schützen. Vorgekommen sei dies bei der Freisinger Anlage bis auf Testzwecke allerdings noch nie, so Grießl. Und da heutzutage neu installierte Anlagen hauptsächlich als Eigenstromanlage konzipiert sind, die also erst dann ins Netz einspeisen, wenn der jeweils eigene Bedarf schon gedeckt ist, wird die Größe der neuen Photovoltaikanlagen immer häufiger an den Verbrauch der Anlagenbetreiber angepasst.

Die beiden Solaranlagen, die 2002 und 2003 in Betrieb genommen wurden, produzieren auf 1,2 Kilometer Länge mit ihren über 700 Kilowatt installierten Leistung nicht nur sehr viel Strom, sondern mindern für die Anwohner der naheliegenden Häuser den Lärm der Autobahn. Ein Teil der Solarwand war als Bürgersolarprojekt erstellt worden, an dem sich 44 Freisingerinnen und Freisinger 2002 beteiligt haben. Sie erhalten bis heute eine anteilige Vergütung aus der Stromproduktion.

Der zweite Teil der Anlage wurde als technischer Modellversuch und europaweites Vorzeigeprojekt konzipiert. Hier wurde ausprobiert, Photovoltaikzellen auf Keramikplatten aufzuziehen und somit mit einem Photovoltaikmodul zum Einen Strom zu erzeugen und zum Anderem den Schallschutz zu gewährleisten. Leider hielten die Module nicht, was erwartet worden war. Sie bekamen blinde Flecken und brachten dann nicht die erwartete Leistung, sodass sie schließlich durch neue Module ersetzt werden mussten. Die Keramikplatten dienen nun nur noch als Unterbau und weiterhin zum Schallschutz. Insgesamt laufen die beiden Anlagen sehr zufriedenstellend, haben wenig Störungen und bringen gute Leistung. Der Standort neben der Autobahn hat sich bewährt, und es stellt sich die Frage, warum die schwierig nutzbaren Flächen entlang der Autobahnen nicht häufiger auf diese Art der Energiegewinnung zugeführt werden. 

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