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Stadtwerke Freising bekunden Interesse an Wasserkraft

(vom 10.02.2009)

Energieallianz Bayern will entsprechende Kraftwerke von E.ON kaufen

Die Stadtwerke Freising wollen sich am Bieterkonsortium „Energieallianz Bayern" beteiligen. Ziel ist es, ein konkurrenzfähiges Angebot zum Kauf von 312 Megawatt Wasserkraft abgeben zu können. Hintergrund ist die EU-weite Liberalisierung des Strommarktes, für die sich die E.ON AG unter anderem auch von seinen zwölf Laufwasserkraftwerken am Inn trennen muss. So zeigte sich Stadtwerkedirektor Gerhard Schmid außerordentlich zufrieden, dass er seinen Beitrag dazu leisten konnte, eine kommunale bayerische Allianz zu schmieden, die für einen Erwerb dieser Wasserkraftwerke in der Lage ist.

Im Bieterkonsortium „Energieallianz Bayern" haben sich über hundert Interessenten zusammengefunden, die an dem Erwerb der Wasserkraftwerke interessiert sind. Es handelt sich dabei um verschiedene bayerische kommunale Kooperationsgesell­schaften, darunter die Kooperationsgesellschaft mbH Oberbayern/Schwaben (KOS), an der die Freisinger Stadtwerke Versorgungs-GmbH beteiligt ist, die Vereinigung Wasserkraftwerke in Bayern e. V. (VWB), dazu verschiedene kommunale Stadtwerke sowie die Landkreise Rosenheim, Altötting und Mühl­dorf am Inn.

Die Geschäftsführer der KOS, der Kommunalen Energie Allianz Bayern GmbH (KEA), der Einkaufsgemeinschaft Energieversorgungsunternehmen e.G. (EGEVU e. G.) und der Kooperationsgesellschaft Ostbayerischer Versorgungsunternehmen mbH (KOV) freuten sich, „dass es in so kurzer Zeit gelungen ist, ein solches Konsortium zusammenzuführen, das einerseits einen beson­deren örtlichen Bezug zu den Wasserkraftwerken aufweist, andererseits über langjährige Erfahrungen in der Energiewirtschaft verfügt. Wettbewerbern im Verfahren dürfte es schwer fallen, sich ähnlich gut in dem Bieterverfahren zu positionieren."

Gerhard Schmid, Geschäftsführer der KOS und der Freisinger Stadtwerke Versorgungs-GmbH betonte, dass es ein wichtiges Ziel der Freisinger Stadtwerke sei, Hochwasserschutz für die Region mit regenerativer Energieerzeugung zu verknüpfen. Die Beteiligung an den Kraftwerken stärke überdies die Sicherheit und Unabhängigkeit der Energieversorgung. Mit dem Kauf von Wasserkraftwerken durch bayerische kommunale Unternehmen soll zugleich der ökologische Ausbau dieser Kraftwerke sichergestellt werden. Dabei ist den Beteiligten an der Energieallianz auch der Erhalt der betroffenen Arbeitsplätze ein wichtiges Anliegen.

Die E.ON AG hatte sich 2008 gegenüber der EU-Kommission dazu verpflichtet, ihr Übertragungsnetz zu veräußern sowie insgesamt 4.800 Megawatt ihrer Kraftwerks­kapazität in Deutschland abzugeben. Wie E.ON Mitte Oktober selbst erklärt hatte, stehen dabei nun auch jene zwölf Wasserkraftwerke am Inn mit ihrer Gesamteistung von 312 Megawatt zum Verkauf: Aubach, Feldkirchen, Gars, Jettenbach, Jettenbach 2, Neuötting, Perach, Rosenheim, Stammham, Teufelsbruck, Töging und Wasserburg.

Die Freisinger Stadtwerke Versorgungs-GmbH setzt sich schon immer konsequent für die Stärkung der kommunalen Energieversorgung ein. Dabei sind ihr gerade auch die erneuerbaren Energien schon lange ein Anliegen. Ihre 2002 eigens hierfür gegründeten Töchter - die Freisinger Stadtwerke Forschungs- und Projekt GmbH und die BürgerSolar KG - sowie die Versorgungs-GmbH haben starken Anteil am Zuwachs der erneuerbaren Energien in Freising. Die Versorgungs-GmbH hat zwei Blockheizkraftwerke gebaut und die Projektierung und Installierung von mehreren Biomasseanlagen unterstützt. Alle großen Photovoltaikanlagen Freisings wurden von den Stadtwerketöchtern gebaut, darunter als Modellprojekt an der Autobahn A 92 die größte Solarschallschutzanlage ihrer Art. Der Aufbau einer regionalen und umweltfreundlichen Energieerzeugung, die eine in autarken und sicheren Energieversorgung gewährleistet, ist für die Freisinger Stadtwerke Versorgungs-GmbH als regionales Infrastrukturunternehmen ein zentrales Unternehmensziel.

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